Barrikadenkämpfe

Die Barrikadenkämpfe haben in der Lank-Latumer
St.Sebastianus Schützenbruderschaft
Eine lange Tradition. Sie berufen sich auf ein
Ereignis aus dem Jahre 1608. Damals wurde
die Fronleichnamsprozessesion
von 20 Söldnern des protestantischen Grafen von Moers
überfallen.
Der Angriff wurde jedoch vereitelt und die Angreifer in die Flucht geschlagen.
Heute wird nicht mehr die Prozession angehalten, sondern der alle 2 Jahre durch
Lank-Latum
führende Schützenzug. Es kämpfen nicht mehr 2 Konfessionen
gegeneinander,
sondern die Freischar 1608 Latum gegen die übrigen königstreuen
Schützenbrüder.
Die Freischar verwehrt dem König seinen Zug über den Kaldenberg im
Herzen
Latums. Nach heftigen Wortgefechten am Sonntagmorgen
während der Königs-
parade am
Lanker Marktplatz, verhärten sich die Fronten
zwischen Freischarhauptmann
und
Schützenkönig in der Regel so hart, dass der Kaldenberg zum Schützenumzug von
der
Freischar mit 3 Barrikaden versperrt wird.
Das nachfolgende Schauspiel ist eines der Höhepunkte des heimischen Schützen-
brauchtums.
Während der Kampfhandlungen sind die Rebellen der Freischar mit gebundenen
Brennnesseln
bewaffnet, während die Königstreuen sich jedes Schützenfest neue
Geheimwaffen
einfallen lassen um die Barrikaden zu stürmen. Trotz des großen
moralischen
Rückhalts insbesondere der Latumer Bevölkerung,
gelingt es den
Königstreuen
- um dem historischen Vorbild treu zu bleiben - bei jedem Schützenfest die
Barrikaden
zu räumen und somit dem Schützenzug seinen Weg zu ebnen.